Gut Ding braucht Weile …

Mit solch einem Spruch wie auch mit Redensarten im Gepäck wie: „Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“, ist man gut gerüstet gegen Angst und Panik.

Wir leben sicherlich in aufwühlenden Zeiten. Die Covid-19 Krise offenbart, wie geschürte Angst und Panik zu Reaktionen führen, die sich im Nachhinein oftmals als unbegründet oder gar falsch erweisen.

Egal auf welchem Gebiet, und damit gemeint ist nicht nur die Medizin, ist durch wissenschaftliches Denken mit der Zeit Neues entstanden. Die Wissenschaft lebt von Beobachtungen, die schlussendlich prospektiv auf Wahrheit überprüft werden müssen. Dies durch Experimentieren, mit Hilfe dessen vom blosen Beobachteten durch Einbeziehen von Einflussgrößen Daten gewonnen werden, die dann „empirische“ & damit „verwertbare“ Informationen liefern können. Und dies benötigt oft viele Jahre, bis herausgefunden wird, ob überhaupt und wenn, dann wie etwas neu Entdecktes funktioniert und sich im realen Leben bewährt. Wohlgemerkt funktioniert das auch nur, wenn zugelassen wird, dass Beobachtungen mit Hilfe von Experimenten vefrifiziert oder falsifiziert werden.

Hätte bei Einführung des Autos und / oder der verbrennenden Energie in der Industrie je einer daran gedacht, dass dies irgendeinmal in ferner Zukunft zur Erderwärmung führt?

Wie lange hat es gedauert bis man herausgefunden hat, dass Rauchen zur erhöhten Sterblichkeit bei aktiven und/ oder passiven Rauchern beiträgt? Wie lange hat es gebraucht herauszufinden, welche spezifischen Risiken beim Rauchen erhöht sind? Welche Risiken von Erkrankungen bei aktiven Rauchern erhöht sind, welche bei solchen, die sich das Rauchen abgewöhnt haben oder nur passiv den Rauch für eine gewisse Zeit ausgesetzt sind?

Erst Jahrzehnte später nach Einführen des Aspest wurde herausgefunden, dass dies je nach Dauer und Konzentration der Exposition zur Krankheit Aspestose führt. Und es benötigte noch viele Jahrzehnte danach sowie einen Kraftakt, bis es schlussendlich in weiten Teilen der Erde verboten wurde. Teils benötigte es so lange, da offensive Lobbyarbeit betrieben wurde.

Ähnlich wie mit dem Zucker und der Zuckerindustrie, über das ich in anderen Post, Blogs / Buch ausführlich berichtet habe.

Die Dosis macht das Gift. Egal ob wir von einer CO2-Belastung in der Luft sprechen, oder dem Zucker im Körper. Und welche Dosis und Expositionsdauer zu welchen Folgeschäden führt, wird in den allermeisten Fällen erst durch mehrjährige bis langjährige Beobachtungen ermöglicht. Denn das Meiste ist subtil und bleibt für eine gewisse Zeit dem Beobachter verborgen. Das Wenigste so giftig, dass man sehr schnell daran verstirbt oder erkrankt. Und das Beobachten kann mit Verstand das Verborgene, das sich erst mit der Zeit offenbart, erforschen. Und so den Grundstein legen für weitere wissenschaftliche Forschungen, die dies oder jenes im Detail erneut über Jahre studieren um dann fundierte Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Eigentlich hätte man vor Einführen des Aspest oder jeglicher anderer unnatürlicher Substanzen wie Plastik, Färbemittel etc. Langzeitstudien durchführen müssen.

Das wurde nicht getan, wie mit fast allem.

Wie könnte man auch Langzeitstudien durchführen vor Einführen des Verbrennungsmotors mit seinen Auswirkungen auf das Klima? Welches Tiermodell wäre als geeignet zur Analyse anfangs angesehen worden, etwa zum Studium von Aspest auf die Gesundheit? So nahe verwandt wir Menschen mit manchen Tierarten stehen mögen, so unterschiedlich können wir sein … nicht nur in Bezug auf die Fortpflanzung. Keith Campell, der mir persönlich erzählte, warum er nicht das Schwein sondern das Schaf für seine Klonierversuche wählte (mehr über die Hintergründe diesbezüglich können Sie gerne in meinem Buch „Der ZEM.WAY – Neue Wege zum Baby“ und auf anderen von mir bereits veröffentlichten Posts und Blogbeiträgen erfahren).

Wenn wir bei der Medizin als auch in der Reproduktionsmedizin bleiben, könnte ich eine elendslange Liste aufzählen, was wir bis heute noch nicht wissen oder erst anfangen zu verstehen … nur exemplarisch:

  • Wie lange hat es gedauert, bis man wusste, welche Art und Dosis von Strahlenbelastung zu schnell einsetzenden Symptomen wie Haarausfall oder zu Langzeitrisiken wie etwa Leukämie führt?
  • Wie lange hat es gedauert bis man wusste, dass man Eisenpräparate nicht zusammen mit gewissen Nahrungsmitteln einnehmen sollte und/ oder andere Nahrungsmittel förderlich sind für die Resorption von Eisen?
  • Erst jetzt stellt sich heraus, dass in gewissen Fällen die Geburt lieber in der 41ten Schwangerschaftswoche eingeleitet werden sollte als bis zur 42ten Schwangerschaftswoche abzuwarten. Dies, obwohl seit Menschengedenken Frauen gebären. Jedoch bedarf es zur Überprüfung dieser jetzt kürzlich veröffentlichten Studie prospektive Zahlen, ob dem auch wirklich so ist.
  • Erst kürzlich wurde festgehalten, dass Alkoholkonsum über Generationen hinweg Schäden am Gehirn verursacht. Die prospektiven Daten müssen jedoch noch erhoben werden. Dies braucht ein bis zwei Generationen. Leider geht es in solchen Fällen nicht schneller … wenn überhaupt.
  • Ebenso wenig schneller geht es um gefestigt zu wissen, ob Stress in der Schwangerschaft wirklich das Risiko für Frühgeburt erhöht und lebensverkürzend auf den Nachwuchs wirkt. Hierzu noch angemerkt: eventuell gibt es auch Unterschiede gerade in Bezug auf die Lebenserwartung in Hinblick auf das Geschlecht des Nachwuchses.
  • Wir wissen immer noch zu wenig, ob die Anzahl an Geburten damit korreliert, wie schnell eine Frau altert. Dies, obwohl es Geburten seit Menschengedenken gibt. Arbeiten lassen darauf deuten, aber prospektiv randomisierte doppelblind geführte Studien dazu gibt es nicht. Kann und wird es wahrscheinlich auch nie geben. Und deswegen wird es wahrscheinlich für immer ein Mysterium bleiben.
  • Ist In vitro Fertilisierung (IVF-Therapie) die bessere Alternative zu Intrauteriner Insemination (IUI) oder einfach Abwarten mit Versuch der natürlichen Konzeption bei ungeklärten Fällen der Unfruchtbarkeit? Obwohl der Mensch sich seit Menschengedenken fortpflanzt und obwohl es die Reproduktionsmedizin schon seit mehr als 30 Jahren beim Menschen gibt … und obwohl es etliche Tiermodelle gibt … wir wissen es nicht und die Wissenschaft ist sich seit jeher uneins.
  • Präimplantationsdiagnostik sinnvoll? Ja? Nein? Wenn Ja, bei wem sinnvoll? … darüber wird bis heute gerätselt und diskutiert. Viele Fragen sind dazu bis heute unbeantwortet und offen.
  • ICSI versus IVF bei Vorliegen von einer tubaren Sterilität. Besser Ja oder Nein? Dazu mehr gerne nachzulesen in meinem mit Prof. Peter Hollands veröffentlichten Beitrag: IVF Add-ons: Fact, Fiction, Fake or Fortune?
  • Warum kann eine HPV-Impfung einen gewissen Prozentsatz an mit HPV-infizierten Personen heilen, jedoch nicht eine Hepatitis B-Impfung einen chronisch damit infizierten?
  • Warum bekommen manche Menschen keinen Impfschutz nach Hepatitis-B Impfung? Und warum ist es besser sich gegen Masern zu impfen als eine Infektion im Kindesalter durchzumachen? Erst mit den Jahren hat man dies herausgefunden und / oder ist immer noch in Abklärung. Prospektive Daten zu derartigen Fragen liegen in dieser digitalisierten Welt wo ja alles für gegeben gilt … wo für alles 100% gelten muss … leider bis heute für sehr viele Erkrankungen / Therapien meist nur spärlich, wenn überhaupt vor.
  • Es hat fast 2 Jahrzehnte gebraucht, bis die Vitrifikation als der Standard für das Einfrieren von Embryonen anerkannt wurde. Selbiges mit der Blastozystenkultur. Aber wann bis zu Tag 6 oder 7 Embryonen weiter kultivieren? Lieber solche Embryonen in eine Gebärmutterschleimhaut transferieren, die einem anderem Implatations-Tag entspricht? Lieber Embryonen in gewissen Fällen nicht bis zum Blastozystenstadium kultivieren? Und welche Medikamente zur Follikelstimulation oder im Kryozyklus wirken am optimalsten und bei wem? Viele offene Fragen, die bis heute oftmals nicht befriedigend beantwortbar sind und / oder noch lange nicht beantwortet werden können. Manche Fragen konnten beantwortet werden. Etwa, daß es Progesteron benötigt, damit es zu einer intakten Schwangerschaft kommt. Oder, daß durch Einsatz von Gonadotropinen (FSH und LH) es ab einer gewissen Konzentration und Stimulationsdauer in bestimmten Gruppen von Frauen zu einem multifollikulärem Wachstum in den Eierstöcken kommt etc.
  • Warum muss man für eine Blutabnahme nüchtern sein, für eine andere nicht? Warum ein Mediakment auf nüchternen Magen und nicht kombiniert mit anderen Medikamenten? Warum gerade nicht kombiniert einnehmen mit dem einen oder anderen Medikamenten? Viele solcher Fragen haben sich erst mit Beobachtungen ergeben oder herauskristallisiert. Etwa, daß es zu Kreuzreaktionen kommen kann, die bis zu einem Zeitpunkt nicht vorhersagbar waren oder immer noch an solch einer Frage geforscht wird (Anmerkung: fast alles zum leben reagiert miteinander in irgendeiner Form, kaum etwas ist inert).
  • Warum nimmt man eine Übersterblichkeit verbunden mit Autofahren in Kauf? Warum darf man übernächtigt fahren, obwohl dies die Konzentration einschränkt ähnlich wie Alkohol? Wieviel an Stundenkilometer ist wirklich zu schnell, bei wem, bei welchen Fahrbahnverhältnissen und mit welchem Vehikel? So, dass es tatsächlich für uns Gesellschaft als unerträgliches Maß an Übersterblichkeit angesehen wird?
  • Etc etc.

Kurzum für mich in diesem Blog schlussfolgernd:

Wir sollten alle versuchen, nicht nur in solchen unruhigen Zeiten wie derzeit vorherrschen, Geduld zu bewahren und weiter faktenorientiert zu handeln. Alles mit Maß und Ziel. Bedacht, Aufmerksam ohne über das Ziel zu schiessen.  Wissend, das es nicht nur in der Medizin keine 100% gibt. 100% sicher ist nur der Tod (jedenfalls habe ich bisher von keinem gehört, der  als Mensch unsterblich auf dieser Erde wandeln würde). Auch vornherein festgelegt, welche Art und Form von Übersterblichkeit wir auf dem jeweiligen Gebiet – sei es Autofahren, sei es Rauchen oder sonst etwas – als Gesellschaft in Kauf nehmen (Anmerkung: selbstredend gibt es neben einer Übersterblichkeit, d.h. erhöhtes Risiko frühzeitig zu versterben, auch eine Untersterblichkeit; etwa in Verbindung mit Vorsorgemedizin, was die Langlebigkeit durch Minimierung von Risiken des frühzeitigen Sterbens fördert).

Faktenorientiertes Handeln bedeutet, mit Kopf und Verstand handeln. Dies kann nur geschehen, wenn wir nicht in Angst und Panik verfallen und die Wissenschaft ausblenden. Eine Wissenschaft, die primär analysieren muss und erst mit fundierter Faktenlage dann Empfehlungen abgibt. Ausblendend die „Pseudowissenschaft“, auf der oftmals auch das Rechtssystem fundiert. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand“. Auch ausblendend Beobachtungen, auf die keine experimentellen Handlungen erfolgen. Etwa deswegen nicht weiter geprüft werden, da die Experimente verboten werden oder schon alleine die Beobachtungen an sich tot geschwiegen werden (beispielhaft in der DDR: es durfte keine Morde geben, da diese angenommenermaßen vergesellschaftet waren mit Kapitalismus; deswegen wurden Morde etwa als Suizid deklariert).

Ich vermisse dieses faktenorientiertes Handeln in dieser Pandemie. Auch in Hinblick auf die Covid-19 Impfung. Denn es fehlen die Daten dazu, welche Auswirkungen die Impfung auf uns langfristig haben können. Es fehlen uns die klassischen Daten der vorklinischen Arbeiten ebenso, wie Langzeitbeobachtungen beim Menschen. Wer mehr zu solch einem Standpunkt wissen möchte, kann gerne exemplarisch diese Arbeit HIER studieren und versuchen zu verinnerlichen.

FAZIT: versuchen Sie sich in Geduld zu üben und auf ihren eigenen Verstand zu setzen. Dies beschütz vor Angst und Panik. Und damit können Sie getreu sich weiter selbst in den Spiegel schauen sowie das Beste geben, weiterhin aufrichtig zu leben und zu handeln.

Motto: „Alles O.K., … das wird wieder …

Apropos: ich hoffe Ihnen allen ist aufgefallen, daß /dass Rechtschreibfehler oder teils „undeutsch“ / „politicla uncorrect“ geschrieben wird … „Gender neutral“ finden Sie leider ebenso wenig … Nobody is perfect … Fangen wir doch an bei „BürgerInMeisterIn„, wenn dem so sei …

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