Neuer Biomarker zur Samenanalyse … mitochondriale DNA von Spermien

Eine aktuelle Studie (HIER) berichtet über einen neuen Biomarker, der die gängige Samenanalyse revolutionieren könnte. Mit der Bestimmung der mitochondrialen DNA von Spermien kann laut den Ergebnissen der Studie die männliche Fortpflanzungsfähigkeit und der Erfolg auf eine Schwangerschaft präziser vorhergesagt werden als mit den bisherigen Standartmethoden zur Samenanalyse.

„Die neuen Erkenntnisse sind nicht nur für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch von Bedeutung!

Sondern generell für die allgemeine Bevölkerung!“

PD Dr. med. Nicolas Zech
Lifestyle – Coach für Fortpflanzung und Langlebigkeit

Denn dieser Biomarker könnte ein genauerer Prädiktor nicht nur für die männliche Unfruchtbarkeit sein. Sondern auch ein neuartiger Marker zur genaueren Bestimmung der allgemeinen männlichen Gesundheit.

Sehr interessant also auch für Gesundheitsorganisationen und allgemein für Kliniker.

Zwar wurden in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten große Fortschritte beim Verständnis der molekularen und zellulären Funktionen von Spermien erzielt.

Dennoch …

In Bezug auf die klinische Diagnose der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit / Fruchtbarkeit und generell in Bezug auf die Gesundheit der Männer hat sich nichts wirklich geändert bis auf wenige Parameter, wie etwa der zusätzlichen Bestimmung des DFI-Index. Siehe hierzu den Blogbeitrag „Kinderwunsch & Spermien: wofür MAR-Test und DFI-Test gut sind„ HIER

Die mitochondriale DNA wird durch die Frau weitergegeben, d.h. vererbt. Und die Menge an mitochondriale DNA in den Spermien nimmt während der Spermienproduktion in den Hoden (Spermatogenese) normalerweise um das Acht- bis Zehnfache ab.

Dies, um sicherzustellen, dass diese DNA-Menge in den Spermien bei der Befruchtung mit der Eizelle der Frau, niedrig ist.

Frühere Studien zeigten, dass eine erhöhte Menge an mitochondrialer DNA in Samenzellen mit einer verminderten Samenqualität einhergeht. Und dies ist selbstredend vergesellschaftet mit einer geringeren Befruchtungswahrscheinlichkeit und Zeugungsfähigkeit von Männern. Dies wurde bei kinderlosen Paaren nachgewiesen, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung mit Hilfe von künstlicher Befruchtung (In vitro Fertilisierung) erhielten.

Nun stellt sich wiederum folgende Frage …

Kann die erforschte Assoziationen zwischen mitochondrialen Spermien-Biomarkern und Chancen auf erfolgreiche Kinderwunschbehandlung auch für Paare aus der Allgemeinbevölkerung und vor allem für die Beurteilung der männlichen Gesundheit nützlich sein?

Die Antwort lautet: JA

Mit der aktuellen Studie wurde gezeigt, dass Paare aus der Allgemeinbevölkerung, die sich ein Baby wünschten und versuchten, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, eine bis zu 50% geringere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, innerhalb von 12 Monaten eine zyklusspezifische (d.h.: bei Vorliegen eines normalen Menstruationszyklus) Schwangerschaft herbeiführen zu können …

… und zwar dann, wenn bei den Männer ein erhöhter Anteil an mitochondrialer DNA in ihren Spermien nachgewiesen wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwangerschaft zustande kam, war um 18% geringer.

„Es scheint so, dass die mitochondriale DNA in Spermien für die Gesundheit der Samen physiologisch wichtig ist und die Spermienfunktion beeinflusst.“

Umweltgifte und andere Ursachen wie Entzündungen, oxidativer Stress oder Fehlernährung, könnten eine der Hauptursachen für die schlechte Spermienqualität sein.

Und dies wiederspiegelt vermutlich auch einen schlechteren Gesundheitszustand von denjenigen Männern, die erhöhte mitochondriale DNA in ihrem Ejakulat, das die Samenzellen enthält, aufweisen.

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