WINDOW OF IMPLANTATION … der richtige Zeitpunkt für die Einnistung eines Embryo in der Gebärmutter

Haben wir etwas in der Reproduktionsmedizin übersehen? … und das schon seit Jahrzehnten?

Lehrbuchmässig wird ein normalere Menstruationszyklus einer fruchtbaren Frau vereinfacht dargestellt, mit

28 Tagen angegeben.

Anmerkung: Über den regulären Zyklus einer Frau, das Heranreifen der Eibläschen (Follikel) sowie wann der Eisprung normalerweise stattfindet, wann die Befruchtung der Eizelle mit dem Spermium (Samen) des Mannes stattfindet etc etc … dazu finden Sie viel in diversen Blogs von mir, als auch auf meinem Youtube-Channel (Kinderwunsch Teil 1-7 … Link dazu HIER)

Seit der wissenschaftlichen Arbeit von 1992, was knapp 3 Jahrzehnte zurückliegt (!!!), konnte diese Kernaussage auf keiner wissenschaftlich seriösen Basis weder angezweifelt, widerlegt oder verworfen werden.

Und dennoch handeln wir Reproduktionsmediziner anders … lassen Sie mich näher darauf eingehen. Aber zuerst die Kernaussage der Arbeit von 1992.

Hier die Kernaussage der damaligen Arbeit:

….First embryonic signal detection (presumed window of implantation) extends between cycle days 20 and 24. Implantation is dependent on embryonic age and is independent of endometrial maturation within this window…

Hmmm …. ?!? 🤔🤔🤔

Und dann findet man in wissenschaftlichen Publikation ständig Aussagen wie: …“the clinical community has since extrapolated these data to mean that the endometrium in all patients becomes receptive during a wide time frame, 8–10 days after ovulation...“ 

Hmmm …. ?!? 🤔🤔🤔

Die Implantation eines Embryos – laut dem, was wissenschaftlich damals publiziert wurde und immer wieder in anderen Publikationen bekräftigt wird – geschieht durchschnittlich zwischen dem Zyklustag 20-24 bei einem angenommenen regulären, d.h. 28-tägigen Menstruationszyklus.

Machen wir mit einem Tag 5 / 6 Embryo-Transfer im Blastozystenstadium einen verfrühten Transfer der Embryonen in die Gebärmutterschleimhaut?

Beim diesjährigen Weltkongress (ESHRE 2020) stellte ich diese Frage wiederholt. Denn es gibt bis dato leider keine Zahlen dazu. Eine adäquate Antwort blieb man schuldig. Eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe stellte ihre Ergebnisse zu diesem Thema zwar vor.  Jedoch basiert die Studie auf Annahmen, die das Implantationsfenster (WOI) vordatieren.

Deswegen werden wir noch länger im Dunkeln tappen! Denn bis harte Fakten dazu präsentiert werden könnten, wären grosse prospektiv randomisierte Fallzahlen mit hochprofessionellem Studiendesign nötig.

Und ob je eine Ethikkomission solch eine Studie als geeignet absegnet, das können nur die „Sterne“ verraten.

Jedenfalls arbeite ich mit meinem Team daran, hier mehr „Licht ins Dunkel“ zu bekommen.

Es wären einige Techniken in der Kinderwunschbehandlung vorhanden, die man heutzutage einsetzten könnte, um dies gezielt zu überprüfen. Und Techniken wären einsatzbereit, die die Chancen auf erfolgreiche Schwangerschaft weiter maximieren könnten, falls sich positives Resultat aus solchen Studien ergeben würden.

Denn jede Schwangerschaft mit Geburt eines gesunden Baby zählt!

Und für Chancen-Optimierung in der Reproduktionsmedizin

ist sehr viel „Luft nach oben“ gegeben.