Kinderwunsch-Behandlung: medikamentös unterstütztes Follikelmonitoring

Medikamentöse Behandlung von Zyklusunregelmäßigkeit in Kombination mit Zyklusmonitoring

Manche Frauen zeigen ein anderes Menstruationszyklus-Verhalten. Möglichkeiten sind:

  • Ein verlängerter Zyklus (z.B.: LUF –Syndrom = Luteinized Unruptured Follicle, Anovulation)
  • Ein verkürzter Zyklus (Oligomenorrhoe)
  • Ein unregelmäßiger Zyklus (Polymenorrhoe)
  • Eine zu starke Blutung (azyklische Menstruation, Metrorrhagien)
  • Eine zu lange Blutungsdauer (Hypermenorrhoe)
  • Eine zu schwache Menstruation (Menorrhagie)
  • Spotting (= wiederholt ganz schwach auftretende Blutungen in einem Zyklus)
  • Das Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)

Ein verlängerter Zyklus oder das Ausbleiben des Zyklus sind häufig ein Hinweis dafür, dass die Eierstöcke zu viele Follikelzysten (Eibläschen) aufweisen. Dies ist auch bekannt als Stein-Leventhal-Syndrom (Synonym: Polyzystisches Ovarialsyndrom – PCO-Syndrom).

Durch diese Störungen im Menstruationszyklus kann es zu einer Eireifungsstörung kommen, die mit gewissen Medikamenten (z.B. Clomid / Clomifen, Aromatasehemmer, FSH) und einer Ernährungsanpassung bzw. Nahrungsergänzung positiv beeinflusst werden kann.

Hier muss zusätzlich ein Zyklusmonitoring stattfinden.

So kann der optimale Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr oder einer Intrauterinen Insemination (IUI) bei vorliegen einer schweren männlichen Subfertilität (siehe mehr dazu HIER) nach der Einnahme von HCG festgelegt werden. Und, falls es zum Heranreifen von mehreren Eibläschen kommen sollte, kann durch das Monitoring die Therapie rechtzeitig abgebrochen werden und so das Mehrlingsrisiko vermieden werden.

Anders als etwa bei anderen Säugetieren (Katze, Hund, Schwein u.v.m) ist der Mensch gemacht für Einlingsschwangerschaften!

„Das Austragen von Mehrlingen stellt auch heutzutage noch ein nicht unerhebliches Risiko für die Mutter als auch für die Neugeborenen dar.“

PD Dr. med. Nicolas Zech, Kinderwunschexperte

An dieser Stelle ist eine Anekdote gut angebracht

Ich, Dr. Nicolas Zech, Verbrachte ein paar tolle und abenteuerliche Tage zusammen mit Keith Campbell (dem Vater des Klonschafs Dolly) in Belize, damals, vor jetzt mehr als einem Jahrzehnt. Bei einem wirklich unvergesslichen Abendessen in einem „Baumhaus“ inmitten von Nirgends, nahe des Strandes und bei seinem genussvollen Verzehr von Übermaß an Hummer erzählte er mir, wie es dazu kam, das er gerade das Schaf und nicht das Schwein klonierte. Denn es war eigentlich augenscheinlich, dass das Schwein sehr fruchtbar ist, da es viele Ferkel auf einen Wurf gibt, und auch sonst in vielen Dingen am Schwein sehr menschenähnlich sind. Also eigentlich ein optimales Versuchstier. Da jedoch keine Fördergelder flossen, entschied er sich kurzerhand dafür, Schafe zu verwenden. Davon hatte er selbst genügend auf seiner Farm.

Das war ein Glückstreffer retrospektiv betrachtet !!!

Denn das Schaf ist in Sachen Empfängnis viel menschenähnlicher als das Schwein. Und das Verständnis erlangte man erst nach und nach und erst richtig, Jahre nach den ersten erfolgreichen Klonierversuchen. Also, so etwa um die Zeit, als wir gemütlich Hummer aßen.

Hätte er das Tiermodell Schwein gewählt, wahrscheinlich wäre er verzweifelt an dem Versuch und kläglich gescheitert. Warum? Beim Schwein müssen mindestens 4 Embryonen in die Gebärmutterschleimhaut transferiert werden, dass es überhaupt zu einer erfolgreichen Einnistung und Schwangerschaft kommen kann. Dagegen braucht es beim Schaf nur einen Embryo, wie beim Menschen. Die Erfolge damals mit dem Klonieren lagen retrospektiv gerechnet grob bei 1:300 pro kloniertem Embryo im Gegensatz zu normal gezeugten Embryonen. Wenn man dies nun sehr grob gerechnet (grob deswegen, da nach etlichen Fehlschlägen zuvor bei der Zeugung von Schaf Dolly insgesamt 29 klonierte Embryonen auf einmal transferiert wurden und man alles nicht 1:1 umlegen kann) dennoch gedanklich für das Schwein ummünzt, würde das rechnerisch bedeuten: anstatt 300 Versuche um ein kloniertes Schaf zu erhalten benötigt es 3004 = 8.100.000.000 Versuche! Mit verfeinerten und im Verlaufe weiterentwickelten Techniken gelang es dann Schlussendlich im Jahr 2000 das erste Schwein zu klonieren. Dabei verwendete man eine „Schrottschusstechnik“ und verpflanzte insgesamt mehr als 100 klonierte Embryonen verteilt auf 4 Schweine.

Zusammenfassend zeigt es: das Schwein benötig mindestens 4 Embryonen, dass es überhaupt zu einer Schwangerschaft kommen kann, das Schaf, ähnlich wie beim Menschen im Normalfall nur einen Embryo. So ist die Natur und somit der Mensch nicht für Mehrlinge sondern für Einlinge gemacht.