Ursachen für Unfruchtbarkeit bei der Frau

Ursachen für Fertilitätsstörungen bei der Frau

Das Alter

Das Alter der Frau ist eine der häufigsten Ursachen für Kinderlosigkeit. Und es ist einer der Hauptgründe, warum sich Paare einer Kinderwunschbehandlung unterziehen. Die günstigsten Lebensjahre für eine Frau, ein Baby zu gebären, liegen zwischen dem 20. und 30. Geburtstag. Danach verringern sich die Chancen, auf „normalem“ Weg schwanger zu werden, zusehends.

In der Lebensplanung junger Menschen wird der Kinderwunsch heute häufig in ein höheres Lebensalter verschoben, was zu Problemen im Zusammenhang mit der Reproduktionsbiologie führt. Mit dem Überschreiten des optimalen reproduktionsfähigen Alters beginnt die biologische Uhr etwa ab dem 35. Lebensjahr laut zu ticken.

Veränderungen der Eileiter, Eierstöcke und Gebärmutter

Eileiter können nach Entzündungen, z.B. bei Chlamydien-Infektionen, oder nach Operationen in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt oder gänzlich verschlossen sein – auch als tubarer Faktor bezeichnet. Eine Endometriose – also Gebärmutter-Schleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle – kann sich nicht nur an den Eierstöcken als Zyste, sondern in der gesamten Bauchhöhle ausbilden. Auch Uterus-Myome in der Gebärmutter-Muskulatur und Gebärmutter-Schleimhaut-Polypen können die Einnistung des Embryos nach dem Embryotransfer behindern.

Hormonelle Störungen

Ein hormonelles Ungleichgewicht kann zu vielfältigen Störungen führen, von einer Zyklusstörung über das Ausbleiben vom Eisprung (Ovulation) bis hin zu einer Gelbkörperhormon-Schwäche (Corpus-luteum-Insuffizienz). Auch Schilddrüsenfunktionsstörungen und Schilddrüsenerkrankungen [1], Erhöhungen des Milchdrüsenhormons [2] oder der männlichen Sexualhormone [3] wirken sich negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Viele dieser Hormonstörungen lassen sich bei einer Kinderwunschbehandlung medikamentös gut behandeln. Jedoch ist oft schon mit einer Anpassung der Lebensgewohnheiten ganz nach der ZEM-Philosophie viel geholfen.

Die Schilddrüse als Faktor der Unfruchtbarkeit

Gewisse Hormone spielen eine sehr bedeutende Rolle, falls es mit dem Kinderwunsch nicht klappt. Dazu zählt auch das Schilddrüsenhormon TSH. Wie wichtig ein gut eingestellter TSH-Wert ist, zeigt folgendes Beispiel:

Mein Team und ich sahen vor nicht allzu langer Zeit ein Kinderwunschpaar. Sie hatten zuvor ca. 15 vergebliche künstliche Befruchtungen mittels ICSI-Technik [4] in einem anderen Kinderwunschzentrum absolviert. Allein beim Erstgespräch fiel auf, dass der TSH-Wert nicht optimal eingestellt war. Nach medikamentöser Korrektur dieses Schilddrüsenwertes, wurde das Paar ungefähr zwei Monate später spontan schwanger und brachte ein gesundes Kind zur Welt.

Die Schilddrüse hat vielfältige Wirkungen auf den weiblichen Körper. Sie beeinflusst nicht nur den Menstruationszyklus, sondern auch die Eizelle, deren Morphologie und die Schleimhaut der Gebärmutter.

Wie gesagt: Falls das ersehnte Kinderglück ausbleibt, sollten Sie nicht verzagen. Oft sind es nur kleine Details, die Ihnen zu einer Schwangerschaft verhelfen.

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sind eine häufig diagnostizierte Begleiterkrankung im Bereich der Reproduktionsmedizin. Generell liegt das Vorkommen von Autoimmunerkrankungen in der Bevölkerung bei ca. 5 bis 10%. Doch speziell bei weiblichen Patienten mit Fertilitätsproblemen sind 25% davon betroffen. Mehr dazu finden Sie in weiteren Blogs von mir.

Falsche Ernährung, Diäten, Umweltgifte, Nikotin- und Alkoholkonsum

Fettleibigkeit (= Adipositas permagna) führt nicht nur zu einer reduzierten Qualität der Eizellen [5], sondern kann auch hormonelle Störungen hervorrufen. All diese Faktoren reduzieren wiederum die Chancen auf eine Schwangerschaft. Außerdem kann starkes Übergewicht zu einer höheren Fehlgeburtenrate beitragen. Genauso können radikale Diäten und Untergewicht zu Zyklus-Unregelmäßigkeiten bei der Frau führen. Auch dies trägt zur Unfruchtbarkeit bei.

Umweltgifte, Rauchen von Zigaretten und das Trinken von Alkohol führen zu verminderter Qualität von Eizellen und Samenzellen und einen negativen Einfluss auf die Einnistung und Entwicklung der Embryonen. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, sinkt deutlich.

Fehlende Fitness

Bewegungsarmut und eine schlechte körperliche Kondition führen zu Fettleibigkeit. Damit sind diese Faktoren direkt verbunden mit obengenannten Problemen bei ungewollter Kinderlosigkeit.

Sexuelle Abstinenz

Sex braucht es, sonst gibt es keine Kinder. Eine eventuelle Ausnahme ist die Heilige Maria Gottes. Dort war angeblich der Heilige Geist der asexuelle „Befruchter“. Ein gesunder, regelmäßiger Geschlechtsverkehr führt zu besseren Samen und kann auch den Eisprung (Ovulation) günstig beeinflussen.

[1] z. B. Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow

[2] Prolaktin / Hyperprolaktinämie

[3] z. B. Testosteron

[4] Diese und andere Wege der künstlichen Befruchtung beschreibe ich in kommenden Blogs ausführlich

[5] Aneuploidie / Chromosomen-Defekte sind erhöht