Der Mann und die Reproduktion – Einleitende Gedanken…

Drei Bedingungen müssen im Wesentlichen erfüllt sein, damit es zu einer Schwangerschaft kommt …

  • Eine gute Eizelle
  • Eine gute Gebärmutter
  • Gute Samenzellen (Spermien)

So sehr es eine gute Eizelle und Umgebung, sprich: Gebärmutter und Schleimhaut inklusive der unterschiedlichsten Botenstoffe im Körper der Frau für die Einnistung eines Embryos braucht, so sehr braucht es einen guten Samen, also gesunde Spermien des Mannes.

Rein theoretisch können sich fast alle Eizellen einer Frau in der reproduktiven Phase ihres Lebens (also auch jene, die nicht zu einer Schwangerschaft führen, und das ist die überwiegende Mehrzahl aller Eizellen einer Frau !!!!) bis zum 3. Tag der Embryogenese entwickeln, auch wenn diese nie ein Spermium gesehen haben. Man nennt das Parthenogenese (kann etwa durch einen elektrischen Impuls oder einen anderen Stimulus, z.B. durch „Anstechen“ der Eizelle mit der ICSI-Pipette, ausgelöst werden).

Erst anschließend „merken“ die Eizellen, dass das Spermium fehlt und entwickeln sich nicht weiter.

Eizellen von Frauen fortgeschrittenen Alters (>35 Jahre), von Frauen mit Hormonstörungen oder anderweitig geschädigten Eierstöcken haben oft nicht genügend Energie, um die Samenzellen nach Befruchtung ab dem Tag 3 der Entwicklung effektiv zu aktivieren (die Gene des Samens werden erst dann dazu geschaltet, was eine Voraussetzung für die weitere Embryogenese ist).

Für mich ist die Eizelle wie die Batterie vom Auto, der Samen wie der Treibstoff. Was bei der Befruchtung passiert: es wird der Zündschlüssel zum Starten des Motors des werdenden Lebens gedreht – nach betätigen des Zündschlüssels springt dann der Motor an, und dazu benötigt es den Treibstoff.

Beim Embryo passiert dieser Mechanismus des „Betätigen des Anlassers“ etwa am Tag 3 seiner Entwicklung. Mann nennt dies den „späten väterlichen Einfluss – englisch: „late paternal effect“. Man kann sich bildlich vorstellen, wie ein benzingetriebenes Auto mit dem falschen Treibstoff (etwa wenn fälschlicherweise Diesel anstatt Benzin getankt wird) eventuell zwar anspringt, eventuell dies verzögert und dann der Motor nach einer gewissen Zeit wieder abstirbt. So kann es sein, dass durch einen „schlechten Samen, der die Eizelle befruchtet, eventuell zu einer Entwicklung des Embryos führt, dieser sich eventuell verzögert entwickelt und eventuell wieder abstirbt und damit in einer Fehlgeburt endet. Ebenso kann man sich bildlich vorstellen, wie ein Auto, dass über den Winter geparkt wurde und dadurch die Batterie schwächelt, eventuell nach Tätigen des Zündschlüssels der Motor nur ungern oder verzögert anspringt oder sogar keinen Mucks macht.

Hoffentlich leuchtet Ihnen durch diese Beispiele ein, warum ich so bedacht bin auf Optimierung von Eizelle, Samenzelle als auch Umgebung, in die der Embryo sich einnisten sollte.

Es gibt viele Ursachen dafür, dass es mit dem Kinderwunsch nicht klappt

Ganz wesentlich für gute und vitale Spermien und ein normales Spermiogramm sind die Lebensweise und die Umwelt, in der wir leben.

Ich werde täglich damit konfrontiert, dass bei Kinderwunschpaaren im Fall des Mannes ein schlechtes Spermiogramm vorliegt. Wenn ich dann feststellen muss, dass der Partner übergewichtig ist, sich nicht gesund ernährt, eventuell raucht, keine Fitness betreibt, das Sexualleben schläft und er wenig ejakuliert, ist meistens schon alles klar. Natürlich gibt es eine Vielzahl von Gründen, warum ein Samenbefund nicht optimal sein kann.

Aber es gilt auch in der Medizin: häufiges ist häufig, seltenes ist selten

Man muss an diesen häufigen Gründen ansetzen. Alles andere zeigt sich dann meistens im Verlauf von allein. Die Zahl der Fälle, bei denen keine Ursachen für die Kinderlosigkeit gefunden werden können (die sogenannte “ idiopathische Sterilität“), reduziert sich dadurch deutlich.