Die Fruchtbarkeit der Frau

Die Wissenschaft geht davon aus, dass um die 7.000.000 „Vorläufer-Eizellen“ während der frühen Phase der Schwangerschaft in die Eierstöcke des heranwachsenden Babys einwandern. Die meisten davon sterben jedoch rasch wieder ab, sodass schlussendlich beim Neugeborenen noch etwa 2.000.000 davon vorliegen. Wohlgemerkt sind das nur Durchschnittszahlen, die großen Variationen unterliegen können, etwa beeinflusst von den vorherrschenden Umweltbedingungen (Ernährung, Umweltgifte, u.v.m.) während der Zeit der Schwangerschaft.

Bis zum Einsetzen der ersten Regelblutung (heutzutage ca. im 13. Lebensjahr) sind noch etwa 400.000 unreife Eizellen im Eierstock vorhanden und die ovarielle Funktion ruht weitestgehend vor der Pubertät. Jedoch schwanken diese Zahlen auch enorm und können etwa durch eine ungesunde Lebensweise und Umweltgifte qualitativ als auch quantitativ Schaden nehmen. Im Verlauf der fertilen Phase der Frau kommt die Funktion des Eierstockes dann zur vollen Entfaltung. In der perimenopausalen Übergangsphase, die rund ein bis zwei Jahre vor der Menopause beginnt, stellt das Ovar seine Funktion schrittweise bis zur Menopause (ca. im 52. Lebensjahr) und bis zur Postmenopause ein. Es geht wieder in eine Ruhephase über.

Die Keimzellen werden generell während der ersten vier bis fünf Lebensjahrzehnte der Frau aufgebraucht. Sie sind durch die Umwelt und Lebensweise täglich potentieller Schädigung ausgesetzt. Dies alles zieht eine Veränderung der gesamten Architektur des Eierstocks nach sich. Eine optimale Architektur des Ovars ist aber die Voraussetzung für eine gesunde Produktion der ovariellen Hormone. Dabei kann man sich die Architektur wie die eines Bauwerks, etwa eines Bürogebäudes, vorstellen. Einfallende Wände, eingestürzte Gemäuer, undichte Rohrleitungen sowie kaputte und freiliegende Stromkabel sind nicht förderlich für ein gesundes und angenehmes Arbeiten.

Fruchtbarkeit der Frau
Fertilität der Frau von der Menarche bis zur Menopause

Veränderung in den letzten 150 Jahren

Interessanterweise sank in den letzten Jahrhunderten das durchschnittliche Alter für den Eintritt der Pubertät kontinuierlich – in den letzten 150 Jahren sogar um knapp zwei bis drei Monate pro Dekade. Es wird ein gewisser Zusammenhang mit besseren sozioökonomischen und alimentären Bedingungen vermutet. So ist etwa ein bestimmtes Körpergewicht die Voraussetzung für das Eintreten der Pubertät. Interessanterweise fand man dabei einen leicht gegensätzlichen Verlauf mit dem Eintritt der Menopause. Je später die Menarche eintritt, desto früher kommt es folglich zur Menopause und umgekehrt. Auch erwähnenswert ist, dass vor einem Jahrhundert die durchschnittliche Lebenserwartung der Frau nicht weit entfernt von der Menopause lag. In den Industrieländern ist seither ein Anstieg von knapp 30 Jahren in der durchschnittlichen Lebenserwartung zu verzeichnen. Aber das Menopausenalter blieb etwa gleich. Auch die Anzahl geborener Kinder sowie das ob und wie lange Mütter ihre Säuglinge und Babys mit ihrer Muttermilch stillen, hat Einfluss darauf, wann die Wechseljahre einsetzten.

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