Ergothioneine als darwinistischer Evolutionsmotor – eine These von Dr. Nicolas Zech

Aus wissenschaftlichen Arbeiten kann abgeleitet werden, dass neben Gluthadion vor allem Ergothioneine eine wichtige Quelle von Antioxidantien für den menschlichen Körper darstellen.

Der menschliche Organismus ist selbst nicht in der Lage, dieses Antioxidans herzustellen. Dennoch scheint es ubiquitär im Körper vorzukommen und durch einen bestimmten Transporter (EET), kodiert durch ein bestimmtes Gen (Gen-Symbol: SLC22A4), aktiv in gewissen Organen, die hohen oxidativen Prozessen ausgesetzt sind (Leber, Niere, Retina, Samensekret), angereichert zu werden.

Was sind die Quellen für Ergothioneine?

Es wird beschrieben, dass gewisse Pilze wie der Steinpilz oder Champignons eine gute Nahrungsquelle für die Aufnahme dieses Antioxidans sind.

Auch spezielle Bakterien können dieses Antioxidans bilden wie Cyanobakterien, Mykoplasmen und Actinobakterien (dazu zählt auch: Bifidobacterium spp.).

In einer kürzlich erschienenen Publikation konnte in einem Tiermodell das Mikrobiom des Darms durch Fütterung mit Nüssen positiv beeinflusst werden. Hier kam es auch zu einen Shift hin zu vermehrten Cyanobakterien und Actinobakterien.

Evolutionär könnte die optimale Aufnahme von Ergothioneine in gewisse End-Organe / Samensekret über 3 Mechanismen gesteuert sein:  

1: direkt, durch vermehrten Verzehr gewisser Pilze

2: indirekt, durch Verbesserung des Mikrobioms mit dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmittel (insbes. Nüssen) und dadurch vermehrte Produktion von Ergothioneine durch gewisse Cyanobakterien und Actinobakterien, die in einer gesunden Darmflora angereichert werden

3: durch genetisch optimierte Transportsysteme, die Ergothioneien optimiert zu den Zielorganen führt.

Interessant, dass sich Ergothionein vor allem auch im Seminalplasma, in dem sich die Spermien tummeln, angereichert findet (Tierstudien).

Das Ergothionein ist sehr stabil und findet sich im Gebärmuttersekret nach Ejakutation noch nach mehr als 24h (Tiermodell). Zudem besitzt es eine lange Halbwertszeit im Körper von >30d.

These-Fragen:

  • Ist Ergothioneine ein Antioxidans, das evolutionär für die Fortpflanzung von essentieller Bedeutung ist und die Fruchtbarkeit von Mann und Frau über 3 Mechanismen additiv, multiplikativ oder potenzierend fördern und aufschaukeln? 
  • Lassen sich spezifische Fertilitätsstörungen wie Endometriose, Myome, Anovulation oder ein schlechtes Spermiogram durch eine Fehlfunktion einer der 3 Mechanismen erklären? 
  • Gibt es ein evolutionäres Ping-Pong zwischen Mann und Frau so, dass Ergothioneine bei gewissem Paarungsverhalten/ Sexualpraktiken die fruchtbarsten Paare positiv selektiert?

These:

Wir waren einmal Jäger und Sammler. Die Männer ginge auf die Jagd, die Frauen gingen sammeln. Sie sammelten u.a. auch Beeren, Nüsse und Pilze. Die guten Sammlerinnen sammelten mehr und eine bessere Auslese an Beeren, Nüssen und Pilzen als die schlechten Sammlerinnen. Dies verhalf ihnen zu mehr Attraktivität, da sie mehr und besseres Essen den hungrigen Jägern bieten konnten. Durch den Verzehr von vermehrt Pilzen nahmen diese vermehrt Ergothioneine direkt (Mechanismus 1) auf.

Durch den vermehrten Verzehr von Nüssen hatten diese Jäger eine bessere Darmflora mit vermehrten Cyanobakterien und Actionbakterien, die vermehrt Ergothioneine aus dem Histidin (indirekt: Mechanismus 2) -zugeführt durch das von der Frau gesammelte und vom Jäger erlegte- bildeten.

Insgesamt verhalf dies den Jägern zu vermehrter Stärke bei der Jagd und brachten gutes Jagdfleisch auf den Speiseplan. Die stärkte auch ihre Männlichkeit, Sexappeal und Attraktivität gegenüber den Frauen. Vor allem auch gegenüber jenen, die selbst fleißig waren, mit Erfolg sammelten und durch die damit verbundene ausgestrahlte Attraktivität und besserer Fitness wegen den optimierten 3 Mechanismen vermehrt umworben wurden.

Die gegenseitige Attraktivität sowie die Gesundheit des Körpers und des Ejakulates verhalf zu vermehrten Liebesspielen und Weitergabe der guten Gene des Sammelns und der Attraktivität, sowie der positiven Genvariante, kodierend für den Transporter von Ergothioneine.

Das Ejakulat nahm die Frau über die Scheide und die Gebärmutter auf, als auch durch Oralverkehr. Es ist immer noch ein evolutionäres Rätsel, warum nicht nur Menschen sondern auch viele andere höhere Lebewesen Oralsex betreiben. Hat dies etwas mit der Aufnahme von im Samensekret angereichertem Ergothioneine zu tun? Hat dies mit der Attraktivität zu tun und damit, dass Frauen, die gehäuft Ergothioneine über den Uterus oder oral zu sich nehmen, weniger an Fertilitätsstörungen wie Endometriose, Myomen oder Anovulation leiden?

Hier wären Anthroplogen gefragt, wie sich u.a. Sexualverhalten in der Steinzein abspielte.

Hier wären Studien nötig um zu zeigen, ob Frauen mit Endometriose eine gewisse Genvarianz des Transporters für Ergothioneine aufweisen.

Sind Fertilitätsstörungen, bestimmte Volkskrankheiten/ Krebserkrankungen und Allergien darauf zurückzuführen, dass mit der heutigen westlichen Nahrungsaufnahme sowie durch verminderten Kontakt von Ejakulat (u.a. Kondome, Single-Haushalte…) zu wenig Ergothioneine bei Mann und Frau vorliegt?

Viele Fragen… wir haben im Jahr 2017 mit einer Fragestellung begonnen:

Ist das Ejakulat von Männern nach einer Einnahmezeit von Ergothioneine von mindestens 70 Tagen (Zeit der Spermiogenese) verbessert?

Hier wird in der Zukunft nötig sein, Subgruppen zu analysieren. Mit einem Fragekatalog muss das Essverhalten in die Diagnose einfließen. Die Genvarianten des Transpotsystem müssen genau studiert werden und aufgeschlüsselt nach der Anamnese und Pathogenese. Die Konzentrationen des Ergothioneine im Ejakuat und im Blut müssen analysiert werden und Korrelationen mit Samenbefunden, Erkrankungen u.v.m. gemacht werden. Und und und……

Etliche weiteren Rätseln sind wir ebenfalls auf der Spur. Es bleibt spannend.

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